Lebensraum für Asylbewerber

In einer Gemeinschaftsunterkunft, beispielsweise in Greifswald, sind Asylbewerber untergebracht, die in Deutschland nach Artikel 16a des Grundgesetzes einen Asylantrag gestellt haben. Die Bearbeitung der Asylanträge dauert in der Regel mehrere Monate, sogar Jahre. Geflohen wegen politischen oder religiösen Verfolgungen hoffen die Menschen hier ihre Zukunft neu aufzubauen. Bis es aber so weit ist und der Antrag beschieden wurde, müssen sie in einer Gemeinschaftsunterkunft mit Gemeinschaftsräumen, oft mit mehreren fremden Personen in einem Zimmer, ohne Privatsphäre, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten auskommen. Diese Situation führt bei manchen zu depressiven Zuständen, viele fühlen sich einsam und hilflos. Da die Kinder in Deutschland der allgemeinen Schulpflicht unterstehen, sind es die Erwachsenen, die besonders darunter leiden müssen. Laut Gesetz dürfen die Asylbewerber nicht an Integrationskursen teilnehmen. Die Deutschkurse, die zur Zeit auf ehrenamtlicher Basis in der Gemeinschaftsunterkunft angeboten werden, reichen nicht aus, um allen gerecht zu werden und Deutsch intensiv zu lernen. D.h. jeder Asylbewerber bekommt durchschnittlich etwa 2 Stunden Deutschunterricht pro Woche.

 

Um den Menschen die Integration in unserer Gesellschaft zu erleichtern, sind mehr Unterrichtsstunden nötig. Regelmäßige Teilnahme am Deutschkurs verbessert zunächst das persönliche Befinden der Asylbewerber. Das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl steigen, weil die Menschen für sich selbst alltägliche Probleme, bzw. Situationen bewältigen können. Es kommt zum geregelten Tagesablauf und bringt ein besseres Gemeinschaftsgefühl unter den Bewohnern. Die Menschen trauen sich Kontakte zu knüpfen und werden offener. Nur durch Sprache, d.h. durch Interaktion ist die Integration in die Gesellschaft möglich.